Das Thema der letzten Meile erfährt zunehmende Bedeutung, seitdem die Mobilität allgemein steigt und die Individuallogistik, getrieben vor allem durch die Digitalisierung und den eCommerce, erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Mehr denn je stellt sich die Frage: Wie kommen die Waren möglichst nahe zum Empfänger und wie überbrücken Reisende oder Pendler den Weg von zuhause zum nächsten Einstiegspunkt in den ÖPNV oder den Fernverkehr?

Die Liste der Lösungsmöglichkeiten im Warentransport wird zunehmend länger: Packstationen, Lieferboxen vor Ort, Abgabestationen, Drohnen, fahrende Lieferroboter, Fahrradkuriere usw. unterstützen, ergänzen oder ersetzen den klassischen Lieferanten.

Klar ist, dass es verschiedene angelegte Lösungen geben muss, da der Empfänger der Ware nicht immer verfügbar ist. Lagermöglichkeiten bzw. Pick-Up-Stationen sind unumgänglich, da „Just-In-Time“-Lieferungen an eine Vielzahl individuelle Abnehmer (aktuell) nicht vorstellbar sind.

Aktuell haben sich speziell für die letzte Meile noch keine eigenständigen Dienstleister herausgebildet. Die klassischen Lieferdienste decken diesen Teil der Wertschöpfung mit ab, allerdings noch mit deutlich unterschiedlichen Konzepten mit variierendem Servicegrad. Gäbe es einen Player mit Fokus auf die letzte Meile, könnten sich die Kundenziehungen drastisch verändern, da es vermutlich dieser neue Wettbewerber wäre, den die Kunden buchen.

Dagegen ist die Liste der Lösungen bei Pendlern und Reisenden vergleichsweise kurz, aber auch hier tut sich einiges: Flexible Fahrradmietsysteme, entsprechende Mietsysteme für Motorroller und teilweise auch die CarSharing-Anbieter bringen die Transportmittel näher zum Kunden und vereinfachen deren Nutzung ganz erheblich.

Mit selbstfahrenden Autos wird nun auch in Deutschland experimentiert, nachdem man das Thema lange Zeit verschlafen hat. Hier sind andere Länder weiter, zum Beispiel:

  • In LaRochelle / Frankreich lief bereits 2007 ein erster größerer Test mit fahrerlosen Transportmitteln (Citymobile). Mit Navya ist einer der Innovationsführer für kleinere, selbstfahrende Transportmittel in Frankreich beheimatet. In Lyon gibt es seit Ende 2016 eine erste fahrerlose Buslinie.
  • In Milton Keynes / England läuft ein größeres Projekt, in dem fahrerlose „Pods“ im öffentlichen Raum getestet werden
  • In den USA erregte Google Aufsehen als das selbstfahrende Google-Auto in einer Siedlung von Passanten getestet werden konnte
  • In Hsinchu / Taiwan wurde mit Hilfe eines selbst fahrenden Hybrids aus Bus und Straßenbahn eine Lücke zwischen zwei zentralen Stationen im Verkehrsnetz geschlossen. Dabei orientiert sich das Fahrzeug an Markierungen / Magneten im Boden.

Es erscheint klar, dass fahrerlose Transportmittel einen wesentlichen Beitrag dazu leisten werden, das Problem der letzten Meile zu lösen.

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